Panikmache gilt nicht

VEIA-Vorsitzende kritisiert “Bild”-Meldung

Das Lieferengpass-Problem bei Arzneimitteln ist nicht größer geworden, so die Vorsitzende des Verbandes der Einzelimporteure Internationaler Arzneimittel (VEIA), Sabine Paukert, in Bezug auf eine Bildzeitungsmeldung vom Montag, 7.9,2015.

 

Dort wird unter dem Titel “Regierung plant Gesetz gegen Arznei-Notstand” behauptet, Arzneimittelhersteller würden die Produktion gut eingeführter Medikamente vernachlässigen und stattdessen in neue, teure Therapien investieren. Als Beispiel wurde das Krebstherapeutikum Melphalan verwiesen. Als Ausweg solle Krankenkassen die Möglichkeit gegeben werden, mehr Direktverträge abzuschließen, um die Hersteller stärker in die Pflicht zu nehmen.

 

Dazu erklären die Einzelimporteure:

 

  • Das angeführte Therapeutikum ist trotz Lieferengpässen über Einzelimporteure in kleinen Mengen weiterhin verfügbar.
  • Aus unseren Beobachtungen nicht lieferbarer Arzneimittel wissen wir inzwischen, dass das Problem kein gesundheitsgefährdendes Problem ist.
  • Die meisten Lieferengpässe treten infolge der aus Kostengründen erfolgten Konzentration auf wenige weltweite Standorte auf.
  • Auslöser für zahlreiche Produktionsengpässe sind zudem gerade Direktverträge, die aufgrund des damit einhergehenden schlagartigen
  • Volumenzuwachses zu vorübergehenden Produktionsengpässen führen.
  • Für diese aufgrund von Direktverträgen auftretenden Lieferengpässe stehen in den meisten Fällen wirkstoffgleiche oder -ähnliche Produkte zur Verfügung.
  • Wir beobachten keinen signifikanten Zuwachs von Einzelimporten, wie er aufgrund steigender Lieferengpässe zu erwarten wäre.

Die Einzelimporteure analysieren Marktentwicklungen und Veränderungen sehr aufmerksam. Aus ihrer Sicht sind die geäußerten Alarmrufe nicht gerechtfertigt. “Wir fordern alle auf, nicht leichtfertig mit den Ängsten von Patienten und Versicherten zu spielen”, so Sabine Paukert wörtlich. Aus Sicht des VEIA ist die jetzt gefundene Lösung, die über das BfArm veröffentliche Liste “Nicht lieferbarer Arzneimittel” die richtige Maßnahme, um verantwortlich mit dem Thema umzugehen.

 

Die Bild-Meldung:
http://www.bild.de/politik/inland/bundesregierung/plant-gesetz-gegen-arzneimittel-notstand-42458940.bild.html

VEIA sieht auch im Gesundheitssystem 2030 Bedarf für schnelle und sichere Dienstleistung

Der Libero der Arzneimittelversorgung

 

Die Rolle des Einzelimportes im Gesundheitswesen des Jahres 2030 stand im Mittelpunkt der VEIA Mitgliederversammlung am Freitag, 25.7. in Berlin. „Gerade wir als kleine Unternehmen müssen uns frühzeitig mit den Erwartungen unserer Kunden beschäftigen“, so die Vorsitzende des Verbandes, Frau Sabine Paukert, zur Begründung. „Wir sind der Libero der Arzneimittelversorgung“, wählte Frau Paukert ein Bild aus der Fußballwelt.

 

„Wir erkennen Lücken, die es in der Arzneimittelversorgung immer wieder gibt. Und wir können diese schnell und unbürokratisch schließen“, formuliert Sabine Paukert das Ergebnis der Strategieklausur. Im Verband der Einzelimporteure Internationaler Arzneimittel VEIA haben sich die führenden Einzelimporteure internationaler Arzneimittel zusammengeschlossen.

 

APOTHEKENMARKT VOR TIEFGREIFENDEN VERÄNDERUNGEN

 

Als Einstieg für die Diskussion hatte Dr. Joachim Krotz, Partner der internationalen Unternehmensberatung Oliver Wyman die Herausforderungen für die Arzneimittelversorgung 2030 skizziert. Klar ist, dass die Arzneimittelversorgung vor großen Veränderungen steht. Die Erwartungen des Beraters: Die Zahl der Apotheken wird zurückgehen, die Anzahl der Filialapotheken wird auf einen Anteil von 30% steigen und Arzneimittelhersteller, Großhandel und Apotheken müssen um neue Geschäftsmodelle ringen. Und: Neue Wettbewerber aus dem Bereich Logistik und der Informationstechnologie drängen in den Markt.

 

WAS ERWARTET DER ÄLTER WERDENDE KUNDE DER ZUKUNFT VON SEINER APOTHEKE?

 

Apotheken, die Kunden der Arzneimittelimporteure, können dabei auf ein wachsendes Kunden- und Nachfragepotential setzen. Die demographische Entwicklung führt zu einem wachsenden Bedarf. Und die Bereitschaft der Menschen, für Gesundheitsleistungen auch eigene finanzielle Mittel einzusetzen, wächst. In sechs Thesen skizzierte Dr. Krotz diese Trends:

 

Die Apotheke der Zukunft ist (1) als lokales Gesundheitszentrum positioniert und übernimmt zunehmende Aufgaben der der Beratung, Prävention, der Erläuterung der Diagnose, des Therapiemanagements und der Nachsorge, Wohnortnähe (2) ist insbesondere für ältere Patienten immer wichtiger – und ist diese nicht gewährleistet (z B auf dem Land), kommt die Apotheke zu den Patienten, die Apotheke der Zukunft wird (3) als Fach- und sozialer Ansprechpartner weitere Rollen außerhalb der reinen Medikamentenabgabe übernehmen, die Beratung der Patienten (v.a. der älteren Kunden) wird (4) zunehmend zweitaufwändiger, vielfältige Serviceleistungen (z.B. Botendienste) werden (5) zunehmen und auch das Thema Medikations- und Therapiemanagement gewinnt (6) an Bedeutung. Die Konsequenz daraus liegt für Dr. Krotz auf der Hand: Als Gesundheitsunternehmer muss der Apotheker neue Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden erkennen und, gemeinsam mit Partnern und eingebunden in die Netzwerke des Gesundheitssystems (Krankenkassen, Versicherungen, Krankenhäuser, Haus- und Fachärzte, HealthCare Provider, …) erfüllen. Dr. Krotz fordert dabei weniger Fixierung auf die Politik und mehr eine unternehmerische Ausrichtung am Kunden: Die Zeit der Versorgung ist endgültig vorbei. Auch die Apotheke wechselt ins Dienstleistungszeitalter.

 

VEIA-EINZELIMPORTEUR ALS PARTNER EINER QUALITÄTSBEWUSSTEN ARZNEIMITTELVERSORGUNG

 

In einer veränderten Gesundheitslandschaft behalten Einzelimporteure ihre Rolle, so der Tenor der nachfolgenden Diskussion. Eine Ursache: Die Störungen zwischen weltweit agierenden Pharmaunternehmen und den national organisierten Gesundheitsmärkten nehmen weiter zu. Die aktuell diskutierten Themen „Lieferengpässe“ und „Arzneimittelfäschungen“ sind nur zwei dieser Themen. Selbstbewusst verweisen die Einzelimporteure darauf, dass sie oftmals Versorgungslücken schließen, wenn selbst Hersteller nicht mehr liefern können. Mit einem langfristig aufgebauten und qualifizierten Partnersystem und der Auslieferung über die Apotheke geben die VEIA-Einzelimporteure Schutz vor Fälschungen und eine qualifizierte Anwendungsberatung.

 

Das Thema Fälschungssicherheit bleibt dabei auf der Tagesordnung der Einzelimporteure. Durch verbesserten Informationsaustausch untereinander werden die VEIA-Importeure ihre Rolle als sicherer und verlässlicher Partner der Apotheken weiter ausbauen.
Der Einzelimport Internationaler Arzneimittel gewährleistet dauerhaft Therapiefreiheit bei hoher Arzneimittelsicherheit und vernachlässigbaren Kosten. Die im Verband der Einzelimporteure internationaler Arzneimittel (VEIA) zusammengeschlossenen Unternehmen setzen sich dafür ein, dass die therapeutisch notwendigen Arzneimittel der gesamten Welt in Deutschland schnell, sicher und kosteneffizient über den kompetenten Apotheker an Patienten abgegeben werden können.

Die bestehenden Wege ausnutzen – Einzelimport kann bei Lieferengpässen überbrücken

Lieferengpässe bei Arzneimitteln können in der Regel überbrückt werden. Darauf hat jetzt der Verband der Einzelimporteure internationaler Arzneimittel (VEIA) hingewiesen. Anlass ist die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Katrin Vogler, Sabine Zimmermann, Harald Weinberg und anderer Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE (18/647)

Über 60% der in der BfArm-Liste aufgeführten Produkte können wirkstoff- und dosierungsgleich substituiert werden, so VEIA in einer tagesaktuellen Analyse. Seit über 50 Jahren schließen qualifizierte Einzelimporteure Versorgungslücken in Deutschland. Wenn Arzneimittel in Deutschland nicht verfügbar sind, können die entsprechenden oder andere wirkstoff- und Dosierungsgleiche Präparate in der Regel aus dem Ausland beschafft werden.

 

Die VEIA-Einzelimporteure verfügen über ein hervorragendes Qualitätsmanagement, die ihnen eine schnelle und sichere Beschaffung ermöglicht. Vor diesem Hintergrund sehen die Einzelimporteure die Hersteller zwar in der Pflicht, für eine gesicherte Produktion zu sorgen. „Für eine Beunruhigung der Bevölkerung besteht jedoch kein Anlass“, so die stellvertretende VEIA-Vorsitzende Cordula Messer wörtlich: „Die Lücken können oftmals geschlossen werden.“

 

Und so geht es: Falls eine Versorgungslücke vorliegt, können Apotheken bei einem der VEIA-Importeure, deren Kontaktdaten auf www.veia-news.de unter der Rubrik Apotheken abrufbar sind, nachfragen, ob entsprechende Ersatzprodukte beschaffbar sind. Ist dies der Fall, kann das Produkt innerhalb weniger Tage in der Apotheke vorliegen. Über die Kostenübernahme entscheiden die Kassen im Einzelfall.

Die Qualität unserer Arzneimittelversorgung nicht immer schlechtreden

Verband der Einzelimporteure (VEIA) warnt vor übertriebener Dramatisierung

„Die Patienten können versorgt werden“, so Sabine Paukert, Vorsitzende des Verbands der Einzelimporteure von Arzneimitteln (VEIA). Für sie ist es übertriebene Panikmache, wenn jetzt Dritte-Welt-Land-Zustände suggeriert werden. Für die in Offizin-Apotheken nicht lieferbaren Arzneimittel stehen jede Menge wirkstoffgleicher Präparate zur Verfügung“, so die gelernte Pharmazeutin wörtlich.

 

In der weit überwiegenden Zahl der Fälle, von denen die Pharmazeutische Zeitung berichtete, handelt es sich um Arzneimittel, die über Rabattverträge abgegeben werden, aber in den entsprechenden Stückzahlen nicht lieferbar sind. „Kassen und Pharmaindustrie müssten sich fragen, ob entsprechende Verträge Sinn machen, wenn sie nicht erfüllt werden können“. Aber für die Patienten bestehe keinerlei Versorgungsengpass.

 

Wenn wirkstoffgleiche Arzneimittel verfügbar sind, können auch Einzelimporteure nicht helfen. „Unser schneller und sicherer Service greift nur, wenn Wirkstoffe in Deutschland nicht verfügbar sind, wie es beispielsweise immer wieder bei Tollwutimpfstoffen der Fall ist. „Wir Einzelimporteure können da regelmäßig Lücken schließen“.

 

Besorgt zeigt sich VEIA darüber, dass Apotheken und Ärzte oftmals über die Möglichkeit des Einzelimportes nicht Bescheid wissen. Auf Ihrer Website haben die Importeure deswegen einen eigenen Informationsbereich für Apotheken eingerichtet. Dort wird auch ein Informationsblatt zur Verfügung gestellt. Schnell, sicher und kostengünstig ist der Service der Einzelimporteure, deren Kontaktdaten über die Website erreichbar sind.

 

Der Einzelimport Internationaler Arzneimittel gewährleistet dauerhaft Therapiefreiheit bei hoher Arzneimittelsicherheit und vernachlässigbaren Kosten. Die im Verband der Einzelimporteure internationaler Arzneimittel (VEIA) zusammengeschlossenen Unternehmen setzen sich dafür ein, dass die therapeutisch notwendigen Arzneimittel der gesamten Welt in Deutschland schnell, sicher und kosteneffizient über den kompetenten Apotheker an Patienten abgegeben werden können.

Unternehmen nutzen Engpass-Register

BERLIN. Das Ende April aufgelegte Register zur Erfassung von Lieferengpässen bei Arzneimitteln wird angenommen.

Bislang (Stand Dienstag) finden sich darin drei Einträge: das Onkologikum Vinblastinsulfat von Teva, der Blutverdünner Certoparin-Natrium von Novartis und das Mittel zur Behandlung von Wachstumsstörungen Mecasermin von Ipsen Pharma. Das Register wird beim Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt.

Engpässe vor allem bei Onkologika und Antibiotika sollen Unternehmen melden. Dies sei noch freiwillig, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Der Verband der Einzelimporteure internationaler Arzneimittel (VEIA) hat davor gewarnt, die in jüngerer Vergangenheit aufgetretenen Lieferenpässe aufzubauschen.

Dies führe zur Verunsicherung der Patienten. Tatsächlich handele es sich dabei aber nicht um ein Thema der Versorgungssicherheit. Ursache seien vielmehr schlecht ausgehandelte Verträge, stellte die Vorsitzende des Verbandes, Sabine Paukert, dazu fest. (sun/af)

Lieferengpässe nicht dramatisieren

Der Verband der Einzelimporteure internationaler Arzneimittel (VEIA) kann die Debatten um Lieferengpässe bei Arzneimitteln nicht nachvollziehen. Man sei «überrascht» gewesen, wie sehr das Thema im letzten halben Jahr in den Medien «aufgebauscht» wurde, verkündete der Verband gestern in Berlin. Schließlich könnten die Einzelimporteure fast jedes Medikament, das in Deutschland nicht lieferbar ist, auf dem Weltmarkt besorgen.

Diese Möglichkeit werde im Falle von Lieferengpässen aber kaum in Anspruch genommen: «Bei unseren Mitgliedern gab es in den vergangenen Monaten keine steigende Nachfrage nach Importen», erklärte die VEIA-Vorsitzende Sabine Paukert. Die kürzlich erfolgte Einrichtung eines Registers zu Lieferengpässen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfarM) kann man beim VEIA deshalb nebensowenig nachvollziehen wie Forderungen nach einer nationalen Arzneimittelreserve. Einzelimporte seien «sinnvoller und kostengünstiger», so Paukert.

Allerdings sind Einzelimporte stets mit Transportkosten verbunden, die in vielen Fällen der Patient trägt. Der VEIA räumte ein, dass die Kosten für Individualimporte von den Krankenkassen «nur in Ausnahmefällen erstattet» würden. Von den jährlich etwa 1,2 Millionen importierten Packungen übernähmen die Kassen gerade einmal 10 Prozent.

Dennoch wirbt der Verband für diese Form der Medikamentenbeschaffung und spricht in diesem Zusammenhang von «vernachlässigbaren Kosten». Man wünsche sich, dass Apothekenmitarbeiter ihren Kunden bei Lieferengpässen häufiger vorschlagen, das entsprechende Medikament aus dem Ausland zu importieren. Auch könnten Apotheker den Erstattungsantrag für den Patienten übernehmen. In Kürze will der VEIA ein Merkblatt an alle deutschen Apotheken versenden, auf dem die Vorteile von Einzelimporten aufgelistet sind. (ah)

Orginalartikel: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2013-05/einzelimporteure-lieferengpaesse-nicht-dramatisieren/

Einzelimporteure: Kein Anlass zur Verunsicherung

Die derzeitige Diskussion um die Lieferengpässe nimmt man beim VEIA mit einer gewissen Verwunderung wahr: Seit 20 Jahren machten die Einzelimporteure eigentlich nichts anderes als solche Engpässe zu beseitigen, sagt Paukert. Auch eine Umfrage bei den neun VEIA-Mitgliedsunternehmen habe gezeigt: Eine vermehrte Nachfrage gab es bei ihnen in den vergangenen Monaten nicht.

Was die von den Krankenhäusern – und dem Verband der Krankenhausapotheker ADKA – beklagten Engpässe angeht, so liege das Problem vor allem in den Verträgen der Kliniken, erklärt Paukert. Sie bänden sich an bestimmte Hersteller – und wenn dieser ausfalle, sähen sie in der Regel keine Alternative. Selbst wenn ein Einzelimport möglich wäre, seien sei zumeist nicht bereit, zusätzliche Kosten hierfür auf sich zu nehmen.

Öffentliche Apotheken haben hingegen mehr Alternativen, wenn ein Arzneimittel nicht lieferbar ist. Zunächst müssten sie schauen, ob ein Äquivalent verfügbar ist. Wenn nicht, sollten sie an den VEIA denken, so Paukerts Botschaft. Leider geschehe diese noch viel zu selten. Dabei könnten die VEIA-Mitglieder in der Regel schnell und kompetent helfen.

Sie ist überzeugt: Die meisten Arzneimittel sind zu beschaffen. Dies sagt sie auch mit Blick auf die drei Präparate, die sich bereits in der BfArM-Liste befinden: Vinblastinsulfat (Teva), Certoparin-Natrium (Novartis) und Mecasermin (Ipsen). Alle drei Arzneimittel könnten von den VEIA-Mitgliedsunternehmen besorgt werden. Grenzen gibt es natürlich auch für die Importeure. Etwa wenn es weltweit tatsächlich nur noch einen Wirkstoffhersteller gibt und dieser ausfällt. Diese Arzneimittel, so Paukert, seien jedoch abzählbar.

Weitere Informationen über Arzneimittelimporte nach § 73 Abs. 3 Arzneimittelgesetz und den VEIA finden Sie unter www.veia-news.de.

Kirsten Sucker-Sket