Zurück zur Übersicht

Lebensrettende Arzneimittel gesucht. Über Einzelimporteur gefunden. 

Lebensrettende Arzneimittel gesucht. Über Einzelimporteur gefunden.

VEIA-Mitglieder machen Zehnjahresbilanz öffentlich.

(München-Berlin, den 10.10.2022) Immer wieder anders, aber doch immer wieder gleich, auf diesen Nenner bringt Sabine Paukert, Vorsitzende der VEIA, des Verbandes der Einzelimporteure internationaler Arzneimittel, die herbstliche Auftaktbilanz in diesem Jahr. Anders, weil Einzelimporteure jedes Jahr weltweit Arzneimittel beschaffen, die Leben retten können. Gleich, weil die Einzelimporteure zeigen können, dass Einzelimporte über ein Jahrzehnt tatsächlich nur dann nachgefragt wird, wenn andere Bezugsquellen nicht mehr vorhanden sind. 

30.000 Frauen im Frühjahr wegen nicht lieferbarer Mammakarzinom-Medikamente in Sorge

Tamoxifen, ein Arzneimittel gegen Mammakarzinom, war von Februar bis März dieses Jahres plötzlich nicht mehr lieferbar, bei ca. 70.000 Neuerkrankungen/Jahr und aktuell ca. 30.000 Patientinnen in Behandlung mit Tamoxifen in Deutschland ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Die zweite große Herausforderung: Seit Juli sind Ibuprofensaft für Kinder und Paracetamol für Kleinstkinder nicht lieferbar. Der Herbst kann also nicht kommen. Die Lieferketten bleiben fragil. Aber wenn sich Lücken auftun, schließen wir Einzelimporteure sie weiterhin geräuschlos.

Trotz stets wechselnder Herausforderungen keine Ausweitung des Einzelimports

Dass Einzelimport ein kleiner, aber im Einzelfall wichtiger Faktor einer guten Gesundheitsversorgung ist, zeigt die Absatzstatistik über die vergangenen Jahre. Jährlich werden rund 1 Mio. Packungen importiert, Schwankungen bewegen sich rund um 10% jährlich. Der geschätzte Anteil an der Arzneimittelversorgung liegt damit bei rund 1 Promille der insgesamt abgegebenen Packungen.

Vorreiter bei sicherer Beschaffung mit verbandsinternen Monitoring- und Audit-System.

Sorgen macht sich die Verbandsvorsitzende über die wachsende Bürokratisierung des Arzneimittelbereichs: „Wir verstehen, dass die Globalisierung Sicherheit im Arzneimittelbereich braucht. Wir sind und waren Vorreiter bei der Umsetzung der GdP. Dazu haben wir auch ein verbandsinternes Monitoring- und Auditsystem aufgesetzt.“ Die europäische Regulierung hat Großmengen im Fokus, die besondere Herausforderung, einzelne Packungen temperaturgeführt um den halben Planeten zu beschaffen, sieht sie nicht immer hinreichend berücksichtigt. “Wir sind ein besonderer Markt, der besonderer Expertise bedarf. Und manchmal können diese Probleme eben nur mit unternehmerischer Phantasie und die Unterstützung von Kollegen gelöst werden”, so Paukert wörtlich.

 

Quelle: VEIA Eigenerhebung, Stand: 10.10.2022

Anmerkung: Graphik und zugrunde liegende Tabelle als offene Word-Datei unter:
https://veia-verband.de/wp-content/uploads/2022/10/Tabelle-und-Graphik-Absatz-2012-2022.docx